FuNah e.v.


FuNah – Fußball und nachhaltiges Lernen:

Ein Praxiskonzept zur Förderung von Bildungsintegrationsprozessen an Schulen

 

FuNah ist ein Interventionsprojekt, das aus einer studentischen Initiative heraus von Omar Fahmy in Kooperation mit Frau Prof.in Dr. Vera Volkmann entwickelt und 2014 als kleines Pilotprojekt gestartet wurde. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen mit oder ohne sozialer Benachteiligung durch die Kombination von individueller Lernförderung und Fußball bessere Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsprozess zu ermöglichen. Der Fußball als populärste und schichtübergreifende Sportart nimmt eine Brückenfunktion zwischen schulischem Lernen und Sport als Medium für soziale Lernprozesse ein. Das FuNah-Konzept fußt auf vier Säulen, die für die konkrete Arbeit mit den Kindern maßgeblich sind: Bildungsbewusstsein, Sozialverhalten, Selbstbewusstsein, Integration.

 

Einmal wöchentlich wird eine FuNah-Einheit durchgeführt. Diese dauert 90 Min. und ist im Ganztagsangebot unserer Schule verankert. Die Gruppe setzt sich aus 16 Kindern der Jahrgänge 3 und 4 zusammen, die unterschiedlichen Stärken und Entwicklungspotenziale mit sich bringen. Durchgeführt werden die Einheiten von jeweils fünf Studierenden der Universität Hildesheim. Diese studieren mehrheitlich Lehramt, aber auch Sozial- und Organisationspädagogik oder Erziehungswissenschaften.

Zunächst wird eine Schulstunde individuelle Lernförderung (weiterführender Spracherwerb, Hausaufgaben, Vorbereitung auf Klassenarbeiten, Schließung von Lücken im Lernstoff, Förder- bzw. Forderung) durchgeführt, um anschließend eine weitere Schulstunde mit den Kindern gemeinsam Fußball zu spielen. Die Lernaufgaben werden in Absprache mit der Schule definiert und durch zusätzliches Material für Deutsch als Zweitsprache vonseiten der Universität Hildesheim ergänzt. Das Fußballspielen wird als umfassende Lerngelegenheit aufgefasst. Es ist durch seine einfache Spielidee für alle sofort spielbar, sehr motivierend und bietet im Verlauf eine Vielzahl von Situationen, die als Anlass zum sozialen Lernen dienen. Um dies besonders zu fördern, wird nach speziellen Regeln gespielt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wird zusätzlich gestärkt, indem alle das gleiche Trikot tragen.

Ziel ist, dass das gemeinsame Spiel nicht Gewinner und Verlierer produziert, sondern für alle Kinder eine gelungene Spiel- und Bewegungserfahrung bietet.

Die FuNah-Einheiten werden durch feste Rituale gerahmt, die eine verlässliche und transparente Struktur für die Kinder bieten und zu angemessenem Verhalten und Reflexion anhalten. Die Studierenden sollen dabei für die Kinder sowohl für das schulische Lernen, in sprachlicher Hinsicht, aber auch für das an gleichberechtigter Teilhabe und Miteinander orientierte Fußballspielen eine Vorbildfunktion einnehmen. Dazu werden sie unter Bezugnahme auf die vier Säulen von FuNah vom Projektteam entsprechend geschult. Es findet dadurch eine enge Verknüpfung mit der Lehre am Institut für Sportwissenschaft statt, sodass die Studierenden für die Thematik nachhaltig sensibilisiert werden.

Ergänzt wird die FuNah-AG durch die gemeinsamen Ausflüge, die mindestens einmal pro Schuljahr mit den Kindern aus der AG stattfinden. Die Ausflüge sowie die Trikots sind für die Kinder kostenlos. Ziel ist es, den Kindern die Möglichkeit zu bieten, neue Bewegungserfahrungen zu sammeln, die sie in ihrem Selbstvertrauen und in ihren sozialen Kompetenzen nachhaltig stärken.